Am 2. Tag in Sâo Paulo ging es mit dem Bus in die Innenstadt. Unser erster sightseeing point war die Kathedrale der Stadt. Nach einer kurzen Besichtigungstour, mussten einige erstaunt feststellen, dass die neugotische Kathedrale erst in der 1. Hälfte des 20. Jh. errichtet wurde. Am Platz vor der Kirche befand sich ein kleines Denkmal, das den Mittelpunkt der Stadt anzeigt. Voller Begeisterung klickten zahlreiche unserer Photoapparate, bis eine senhora uns darauf aufmerksam machte, dass wir unsere Kameras hier nicht so offen präsentieren sollten.
Wenig später setzten wir unseren Spaziergang durch die Innenstadt in Richtung banespa-Hochhaus fort. Dabei kamen wir auch am Patio do Colegio vor, einem Schulhof aus dem 16.Jh. vorbei, wo eine kleine Kapelle dem seligen José de Anchieta gewidmet ist. Beim Hochhaus angekommen fuhren wir mit dem Lift aufs Dach, wo wir den Ausblick ueber die Grossstadt mit nie enden wollenden Wolkenkratzern geniessen durften.
Auf unserem weiteren Weg ueberquerten wir die Teebruecke und führte uns unser Reiseleiter in ein riesiges Geschäft mit vielen kleinen Elektroständen ohne, dass wir genau wussten, was wir hier machten. Während wir einige Zeit vor dem Geschäft auf unsere brasilianischen Freunde warteten, wurden unsere feschen österreichischen Mädchen schon von Brasilianern bewundert und beflirtet. Daraufhin machten wir uns auf eine laengere Suche nach einem guenstigen Restaurant para almoçar. Nach einem riesigen Menü um 7,20 $ und einer Tasse Kaffee bekamen wir ein wenig Zeit, um uns durch die Strasse vom 25. März, eine Einkaufsstrasse mit Massen von Billiggeschäften, Strassenverkäufern und tausenden Kunden, durchzuzwingen.
Daraufhin trennten sich die Wege unserer Gruppe: Astrid und Markus machten einige Erledigungen in der Stadt, um nachher Freunde zu treffen. Magda, Babsi, Fabian und Leni machten sich auf den Weg in die Markthalle. Rita, Maria und ich besuchten die Pinakothek. Später trafen sich Rita, Maria, Magda, Babsi, Fabian, Leni, Lourival und ich in der Avenida Paulista, der reichen Prachtstrasse mit Firmen- und Bürohochhäusern, die im Kontrast zur teilweise etwas baufälligen und teilweise verarmten Innenstadt steht.
Während Lourival Rita, Maria und mich in eine riesige, sehr westlich orientierte Buchhandlung mit Massen von interessanten CD`s und Büchern führte, feundeten sich die anderen mit Brasilianern und Brasilianerinnen an, um gemeinsam auf einem Platz Gitarre zu spielen und Lieder zu singen. Die Leseratten gingen nachher noch auf ein Bier und entdeckten dort ihre Vorlieben für Freecards.
Am späten Abend trafen sich alle wieder im Hause der Jesuiten und es wurde unter anderem die zukunftsträchtige Band ¨Los Austriacos¨gegründet.
Obwohl Sâo Paulo eine Millionenstadt ist, ist es nicht einfach etwas Geeignetes zum Tanzen zu finden. Wir wanderten durch eines der bekanntesten Viertel des Nachtlebens, doch leider waren alle Schuppen entweder zu nobel, zu teuer oder beides. Und so landeten wir 2 Stunden später auf eine Gutenachtbier in der allerersten Bar.
Beijinhoes, Johannes
Freitag, 15. August 2008
Donnerstag, 14. August 2008
São Paulo - erstes Beschnuppern
Gestern Abend gegen 21.00Uhr stiegen wir zu lauten Sambaklaengen in unseren Mikro-Omnibus. Hildete war leider nicht dabei – sie reiste nach Bahia zu ihrer Familie – dafuer begleiteten uns zwei junge Burschen aus der CAJU. Ein lustiger brasilianischer Film „Meu tio matou um cara“ wiegte einige in den Schlaf, und auch den meisten anderen fielen irgendwann fuer ein paar Stunden die Augen zu.
Angekommen in der riesen Stadt – angeblich die dritt groesste der Welt – wurden wir in einem beeindruckend und erschreckend noblen Jesuitenhaus mit einem leckeren Fruehstueck begruesst.
Die Ruhephase vor dem Mittagessen war fuer einige etwas zu lange, andererseits brauchten wir aber auch etwas Erholung, bzw. konnten wir im „Spielzimmer“ unsere Ballkuenste unter Beweis stellen.
Nach Hendl mit Nudeln, Reis, Kartoffeln, salat und – natuerlich – Bohnen ging dann die stadtbesichtigung los.
Erster Punkt war das Museo da lingua Potuguesa. Wir waren ob unserer teilweise nicht so ganz ausgereiften Portugiesischkenntnisse etwas skeptisch, waren aber abgesehen von der viel zu kalten Klimaanlage wirklich begeistert.
Im ersten Stock gab es eine Sonderausstellung von Joaquin Maria Machado de Assis, einem der bedeutendsten brasilianischen Schriftsteller. Er lebte von 1838 bis 1908 und wuchs in aermlichen Verhaeltnissen in Rio auf. Er war portugiesischer und afrikanischer Herkunft und beschaeftigte sich sehr stark mit dem Problem der Sklaverei und verarbeitete seine kritischen Ansichten auc zu anderen sozilapolitischen Themen in zahlreichen literarischen Weken.
Sein beruehmtestes Werk ist Dom Casmurro. Ausserdem gruendete Manchado de Assis die „Academia Brasileira de Letras“ uns setzte damit einen wichtigen Punkt in der Erhaltung und Erfassung des brasilianischen Portugiesisch.
In einem Auditorium im dritten Stock sahen und hoerten wir zuerst einen 10minuetigen Spot ueber die Entstehung der Sprachen und deren Wichtigkeit fuer die Menschheit. Danach wurden wir in einem Seh- und Hoererlebnis mit Zitaten und Gedichten brasilianisher Literaten und dazupassenden Fotoinstallationen verwoehnt. Auch wenn wir nicht alle Woerter verstanden, so war der Klang doch wunderschoen.
Olhos verdes
São brilhantes e formosos
Já não creio em olhos verdes;
Antes nunca eu visse os olhos,
Im zweiten Stock konnten wir uns dann noch ueber die Entstehung und die Besonderheiten des brasilianischen Portugiesisch auf sehr kreative Weise informieren.
Gleich anschliessend an das Museumsgebaeude liegt der Bahnhof von São Paulo, ein sehr praechtiges Bauwerk das zur Zeit der grossen Kaffeebarone gebaut wurde um das „schwarze Gold“ schnell nach Santos, dem wichtigsten Hafen Brasiliens, gebracht werden konnte.
Mit einem Besuch in eienr der Markthallen São Paulos nahmen wir den obligatorischen Lunch, eine „kleine“ Zwischenmahlzeit, diesmla in Form von mit Schinken, Stockfisch, getrocknetem Fleisch oder aehnlichem gefuellten Brott ein. Leider hatte die anderen Staende schon zu, sodass das warten auf den Bus etwas laenger wurde. Wenigstens hatten wir dann wieder erwarten im Jesuitenhaus wieder Hunger und vertilgten einen grossen Suppentopf und sehr viel Hendlkuchen. Auch die Muedigkeit war trotz vieler Besichtigungen und langer Reise noch nicht so gross und so wanderten einige in eine nahegelegene Bierbar und wir alle liessen den Abend wieder einmal bei dem einen oder anderen Glas Caipirinha ausklingen.
Angekommen in der riesen Stadt – angeblich die dritt groesste der Welt – wurden wir in einem beeindruckend und erschreckend noblen Jesuitenhaus mit einem leckeren Fruehstueck begruesst.
Die Ruhephase vor dem Mittagessen war fuer einige etwas zu lange, andererseits brauchten wir aber auch etwas Erholung, bzw. konnten wir im „Spielzimmer“ unsere Ballkuenste unter Beweis stellen.
Nach Hendl mit Nudeln, Reis, Kartoffeln, salat und – natuerlich – Bohnen ging dann die stadtbesichtigung los.
Erster Punkt war das Museo da lingua Potuguesa. Wir waren ob unserer teilweise nicht so ganz ausgereiften Portugiesischkenntnisse etwas skeptisch, waren aber abgesehen von der viel zu kalten Klimaanlage wirklich begeistert.
Im ersten Stock gab es eine Sonderausstellung von Joaquin Maria Machado de Assis, einem der bedeutendsten brasilianischen Schriftsteller. Er lebte von 1838 bis 1908 und wuchs in aermlichen Verhaeltnissen in Rio auf. Er war portugiesischer und afrikanischer Herkunft und beschaeftigte sich sehr stark mit dem Problem der Sklaverei und verarbeitete seine kritischen Ansichten auc zu anderen sozilapolitischen Themen in zahlreichen literarischen Weken.
Sein beruehmtestes Werk ist Dom Casmurro. Ausserdem gruendete Manchado de Assis die „Academia Brasileira de Letras“ uns setzte damit einen wichtigen Punkt in der Erhaltung und Erfassung des brasilianischen Portugiesisch.
In einem Auditorium im dritten Stock sahen und hoerten wir zuerst einen 10minuetigen Spot ueber die Entstehung der Sprachen und deren Wichtigkeit fuer die Menschheit. Danach wurden wir in einem Seh- und Hoererlebnis mit Zitaten und Gedichten brasilianisher Literaten und dazupassenden Fotoinstallationen verwoehnt. Auch wenn wir nicht alle Woerter verstanden, so war der Klang doch wunderschoen.
Olhos verdes
Eu conheço uns lindos olhos,
Que fazem morrer de amor,
Têm a verde e linda cor
Que tem o mar em bonança.
Ai de mim, que nesses olhos
Hei posto minha esperança!
São brilhantes e formosos
Como dous astros sem véu
A sorrir em puro céu
Em noite serena e mansa.
Mas nesses astros brilhantes
Não vejo luz de esperança.
Já não creio em olhos verdes;
Olhos verdes são traidores,
São fanais enganadores,
Não inspiram confiança.
Sabem só matar de amores
Sem nunca dar esperança.
Antes nunca eu visse os olhos,
Que fazem morrer de amor,
E que têm a linda cor
Que tem o mar em bonança.
Ai de mim, que nesses olhos
Não tenho mais esperança.
(Bernardo Guimarães, 1825-1884)
(Bernardo Guimarães, 1825-1884)
Im zweiten Stock konnten wir uns dann noch ueber die Entstehung und die Besonderheiten des brasilianischen Portugiesisch auf sehr kreative Weise informieren.
Gleich anschliessend an das Museumsgebaeude liegt der Bahnhof von São Paulo, ein sehr praechtiges Bauwerk das zur Zeit der grossen Kaffeebarone gebaut wurde um das „schwarze Gold“ schnell nach Santos, dem wichtigsten Hafen Brasiliens, gebracht werden konnte.
Mit einem Besuch in eienr der Markthallen São Paulos nahmen wir den obligatorischen Lunch, eine „kleine“ Zwischenmahlzeit, diesmla in Form von mit Schinken, Stockfisch, getrocknetem Fleisch oder aehnlichem gefuellten Brott ein. Leider hatte die anderen Staende schon zu, sodass das warten auf den Bus etwas laenger wurde. Wenigstens hatten wir dann wieder erwarten im Jesuitenhaus wieder Hunger und vertilgten einen grossen Suppentopf und sehr viel Hendlkuchen. Auch die Muedigkeit war trotz vieler Besichtigungen und langer Reise noch nicht so gross und so wanderten einige in eine nahegelegene Bierbar und wir alle liessen den Abend wieder einmal bei dem einen oder anderen Glas Caipirinha ausklingen.
Dienstag, 12. August 2008
Solidarische Oekonomie
Der heutige Tag ist ganz der solidarischen Oekonomie gewidmet. Auf dem Programm steht ein Besuch bei einer Recyclingkooperative am Rande Goiânias und eine Diskussionsrunde in der CAJU am Nachmittag.
Damit steht heute eine Wirtschaftsform im Zentrum, die momentan in Brasilien besonders zu florieren scheint. Bereits in der ersten Amtsperiode des regierenden Praesidenten Lula da Silva wurde das Staatssekretariat fuer solidarischer Oekonomie eingerichtet, das formell im Arbeitsministerium angesiedelt ist. Dieses widmet sich seither dem Genossenschaftswesen und verschiedensten sozialen Kooperationsformen, bei denen der wachsenden Ungleichheit und Marginalisierung innerhalb Brasiliens konkrete Ansatze einer anderen Wirtschaft und damit auch einer anderen Welt im Sinne der Weltsozialforumsbewegung entgegengesetzt werden.
Es handelt sich dabei keineswegs um um ein neues Phaenomen. Erste Ansaetze solidarischen Wirtschaftens finden sich bereits Ende des 19.Jahrhunderts. Waehrend der 1960er und 70er Jahre bluehten dann wiederum aehnliche Wirtschaftsformen, die anstatt auf Wettbewerb und ungeiche Verteilung der Fruechte der Arbeit auf faire und gleichberechtigte Zusammenarbeit bauten. Die Prinzipien solidarischen Wirtschaftens lassen sich knapp auf folgende Elemente reduzieren: Kooperation statt Wettbewerb; Aufhebung der Trennung zwischen Kapital und Arbeit (alle ArbeiterInnen sind gleichzeitig auch EigentuemerInnen) ; Demokratische Entscheidungsstrukturen anstatt starrer Hierarchien; und nicht zuletzt eine solidarische Einbettung der verschiedenen Initiativen in die soziale und oekonomische Umgebung (zB. Einbindung anderer Kooperativen, Nachbarschaftsvereine und Familien). Unter dem Sammelbegriff solidarische Oekonomie werden heute Kooperativen verschiedenster Groesse, unterschiedliche Stadtteilnetzwerke, die zumeist auf die Schaffung von Einkommensmoeglichkeiten und Ermoeglichung politischer Bildung ausgerichtet sind, oder etwa Produktionsnetzwerke, die unterschiedliche Produktionsstufen einer bestimmten Ware zu verbinden versuchen, verstanden. Auch in Oesterreich gibt es hierzu zahlreiche Beispiele, und eine wachsende Bewegung. Im Moment etwa wird zur Beteiligung an einem Kongress im Febuar 2009 aufgerufen, der die Vielfalt und Groesse der Bewegung darstellen moechte. Naehere Informationen dazu gibt es auf http://www.solidarische-oekonomie.at/.
Jetzt aber genug der Hintergruende und auf in die brasilianische Praxis...
Nach dem Fruehstueck machten wir uns also auf zur COOPREC (Cooperativa de Reciclagem de Lixo) im Stadtteil Jardim Conquista, die mittlerweile aus einem Zentrum fuer industrielle Verarbeitung und einem Zentrum fuer Kunsthandwerk (das Bild unten zeigt eines der Produkte der Kunstsparte de Kooperative) besteht. Es handelt sich dabei um eine Art Vorzeigeprojekt der solidarischen Oekonomie, das 1998 gegruendet wurde und fuer ca. 35 direkt und ca. 200 indirekt beteiligte Menschen eine wichtige Einkommensquelle darstellt. Wir waren an dem Tag nicht die einzigen BesucherInnen. Auch ein Kamerateam eines lokalen PSOL-Politikers war zu Besuch, das Material fuer dessen Umweltkampagne sammelte. Wir wurden von Luzia (Mitglied im Fuehrungsgemium der Kooperative und des regionalen Forums fuer solidarische Oekonomie) und Deusdete (ebenfalls im Koordinations- und Fuehrungsgremium des regionalen Forums fuer solidarische Oekonomie) empfangen und
Im industriellen Teil der Kooperative werden hauptsaechlich Altpapier und Plastik verarbeitet und daraus einerseits bitumierte Dach-Wellpappe und andererseits Plastikschlaeuche hergestellt. Gegruendet wurde sie auf Initiative der Universidade Cátolica, die ihr in einem Art Pachtsystem Maschinen sowie Grund und Gebaeude zur Verfuegung stellte. Die Kooperative widmet sich neben der Muellsammlung und -verarbeitung aber auch der Aufklaerungsarbeit und Bewusstseinsbildung in Recycling- und Umweltfragen in Goiânia. Die GenossInnen sind in der Kooperative sozialversichert und im Viertel sehr gut integriert. Die wirtschaftlichen Probleme kommen zum Grossteil von der schlechten Zahlungsmoral der Stadtverwaltung, fuer die die Kooperative in einigen Stadtteilen die Muellabfuhr uebernimmt, und von der Wettbewerbsnachteile der Wellpappe auf den nationalen Markt. Auch das politische Bewusstsein der GenossInnen ist teilweise eher schwach ausgepraegt, was zu einer relativ grossen Fluktuationsrate fuehrt. Am aussichtsreichsten erscheint momentan sicherlich der Kunsthandwerkszweig, der uns auch am meisten beeindruckt hat. Hier gibt es eine Kooperation mit der Designklasse der Universidade Católica, die schon nationales Ansehen und Preise gewonnen hat (Artikel auf Portugiesich: http://www.sebraego.com.br/site/site.do?idArtigo=2817).
Nach diesem spannenden Besuch ging es dann erstmal zum heissgeliebten "por kilo"-restaurante ums Eck von der CAJU bevor wir am Nachmittag unsere Eindruecke und aktuelle Entwicklungen der solidarischen Oekonomie diskutierten. Besonders die letzten Ereignisse im brasilianischen Forum fuer solidarische Oekonomie (http://www.fbes.org.br/) scheinen hier spannend zu sein. So versucht dieses momentan sich von der institutionalisierten Politik unabhaengig zu machen, wovon die finanzielle Absicherung der Bewegung stark betroffen ist. Eine weitere Herausforderung ist Vermarktung solidaroekonomischer Produkte, die zunehmend in ein Netz des fairen und ethischen Handels einzugliedern versucht werden.
Nach so viel Diskussionen waren wir dann am Abend alle relativ geschafft und lieszen den Tag wieder mal gemuetlich im Garten des Hauses ausklingen. Viva Brasil! Outra economia acontece!
Damit steht heute eine Wirtschaftsform im Zentrum, die momentan in Brasilien besonders zu florieren scheint. Bereits in der ersten Amtsperiode des regierenden Praesidenten Lula da Silva wurde das Staatssekretariat fuer solidarischer Oekonomie eingerichtet, das formell im Arbeitsministerium angesiedelt ist. Dieses widmet sich seither dem Genossenschaftswesen und verschiedensten sozialen Kooperationsformen, bei denen der wachsenden Ungleichheit und Marginalisierung innerhalb Brasiliens konkrete Ansatze einer anderen Wirtschaft und damit auch einer anderen Welt im Sinne der Weltsozialforumsbewegung entgegengesetzt werden.
Es handelt sich dabei keineswegs um um ein neues Phaenomen. Erste Ansaetze solidarischen Wirtschaftens finden sich bereits Ende des 19.Jahrhunderts. Waehrend der 1960er und 70er Jahre bluehten dann wiederum aehnliche Wirtschaftsformen, die anstatt auf Wettbewerb und ungeiche Verteilung der Fruechte der Arbeit auf faire und gleichberechtigte Zusammenarbeit bauten. Die Prinzipien solidarischen Wirtschaftens lassen sich knapp auf folgende Elemente reduzieren: Kooperation statt Wettbewerb; Aufhebung der Trennung zwischen Kapital und Arbeit (alle ArbeiterInnen sind gleichzeitig auch EigentuemerInnen) ; Demokratische Entscheidungsstrukturen anstatt starrer Hierarchien; und nicht zuletzt eine solidarische Einbettung der verschiedenen Initiativen in die soziale und oekonomische Umgebung (zB. Einbindung anderer Kooperativen, Nachbarschaftsvereine und Familien). Unter dem Sammelbegriff solidarische Oekonomie werden heute Kooperativen verschiedenster Groesse, unterschiedliche Stadtteilnetzwerke, die zumeist auf die Schaffung von Einkommensmoeglichkeiten und Ermoeglichung politischer Bildung ausgerichtet sind, oder etwa Produktionsnetzwerke, die unterschiedliche Produktionsstufen einer bestimmten Ware zu verbinden versuchen, verstanden. Auch in Oesterreich gibt es hierzu zahlreiche Beispiele, und eine wachsende Bewegung. Im Moment etwa wird zur Beteiligung an einem Kongress im Febuar 2009 aufgerufen, der die Vielfalt und Groesse der Bewegung darstellen moechte. Naehere Informationen dazu gibt es auf http://www.solidarische-oekonomie.at/.
Jetzt aber genug der Hintergruende und auf in die brasilianische Praxis...
Nach dem Fruehstueck machten wir uns also auf zur COOPREC (Cooperativa de Reciclagem de Lixo) im Stadtteil Jardim Conquista, die mittlerweile aus einem Zentrum fuer industrielle Verarbeitung und einem Zentrum fuer Kunsthandwerk (das Bild unten zeigt eines der Produkte der Kunstsparte de Kooperative) besteht. Es handelt sich dabei um eine Art Vorzeigeprojekt der solidarischen Oekonomie, das 1998 gegruendet wurde und fuer ca. 35 direkt und ca. 200 indirekt beteiligte Menschen eine wichtige Einkommensquelle darstellt. Wir waren an dem Tag nicht die einzigen BesucherInnen. Auch ein Kamerateam eines lokalen PSOL-Politikers war zu Besuch, das Material fuer dessen Umweltkampagne sammelte. Wir wurden von Luzia (Mitglied im Fuehrungsgemium der Kooperative und des regionalen Forums fuer solidarische Oekonomie) und Deusdete (ebenfalls im Koordinations- und Fuehrungsgremium des regionalen Forums fuer solidarische Oekonomie) empfangen und
Im industriellen Teil der Kooperative werden hauptsaechlich Altpapier und Plastik verarbeitet und daraus einerseits bitumierte Dach-Wellpappe und andererseits Plastikschlaeuche hergestellt. Gegruendet wurde sie auf Initiative der Universidade Cátolica, die ihr in einem Art Pachtsystem Maschinen sowie Grund und Gebaeude zur Verfuegung stellte. Die Kooperative widmet sich neben der Muellsammlung und -verarbeitung aber auch der Aufklaerungsarbeit und Bewusstseinsbildung in Recycling- und Umweltfragen in Goiânia. Die GenossInnen sind in der Kooperative sozialversichert und im Viertel sehr gut integriert. Die wirtschaftlichen Probleme kommen zum Grossteil von der schlechten Zahlungsmoral der Stadtverwaltung, fuer die die Kooperative in einigen Stadtteilen die Muellabfuhr uebernimmt, und von der Wettbewerbsnachteile der Wellpappe auf den nationalen Markt. Auch das politische Bewusstsein der GenossInnen ist teilweise eher schwach ausgepraegt, was zu einer relativ grossen Fluktuationsrate fuehrt. Am aussichtsreichsten erscheint momentan sicherlich der Kunsthandwerkszweig, der uns auch am meisten beeindruckt hat. Hier gibt es eine Kooperation mit der Designklasse der Universidade Católica, die schon nationales Ansehen und Preise gewonnen hat (Artikel auf Portugiesich: http://www.sebraego.com.br/site/site.do?idArtigo=2817).
Nach diesem spannenden Besuch ging es dann erstmal zum heissgeliebten "por kilo"-restaurante ums Eck von der CAJU bevor wir am Nachmittag unsere Eindruecke und aktuelle Entwicklungen der solidarischen Oekonomie diskutierten. Besonders die letzten Ereignisse im brasilianischen Forum fuer solidarische Oekonomie (http://www.fbes.org.br/) scheinen hier spannend zu sein. So versucht dieses momentan sich von der institutionalisierten Politik unabhaengig zu machen, wovon die finanzielle Absicherung der Bewegung stark betroffen ist. Eine weitere Herausforderung ist Vermarktung solidaroekonomischer Produkte, die zunehmend in ein Netz des fairen und ethischen Handels einzugliedern versucht werden.
Nach so viel Diskussionen waren wir dann am Abend alle relativ geschafft und lieszen den Tag wieder mal gemuetlich im Garten des Hauses ausklingen. Viva Brasil! Outra economia acontece!
Montag, 11. August 2008
Politik in Brasilien und Österreich
Was steht heut auf dem Programm:
Nach der Morgenmystica begleitet uns Antônio Baiano- Politiker und Spezialist für Fragen zur Regierung Lula SOWIE Volkssänger- durch den Vormittag. Am Nachmittag geben WIR den Brasileiros einen kurzen Abriss über das politische System Österreichs- heisse Diskussionen inklusive...
[Baianos Vortrag war so interessant, dass ich jetzt 16 Seiten Mitschrift vor mir liegen habe. ABER: In der Kürze liegt die Würze!]
"Das ist die Fahne des Kampfes
Lass sie uns weitergeben
Das ist das was uns führt
Wir werden uns vereinen
um etwas zu verändern..."
[CD: Em Canto Pelo Terra]
Baiano ist Mitglied der Brasilianischen Arbeiterpartei (PT), der auch Lula angehört. Er setzt sich besonders mit Bildungsarbeit und der Landfrage auseinander- war 10 Jahre Bildungsreferent und arbeitete beim Institut für Agrarreform von Goiás. Er war die rechte Hand vom Bürgermeister von Goiânia (Pedro Wilson) und kandidiert jetzt selbst als Vizebürgermeister für seine Wahlheimat Orizona.
Regierung Lula
Die hochpropagierte Agrarreform von Lula ist laut Baiano bis jetzt nicht passiert! Dennoch gab es Aktionen, die Familien zu Land verholfen haben, sowie Kleinkredite für Randgruppen. Die grosse Hoffnung auf eine grundlegende Landreform wurde jedoch enttäuscht. WARUM? Nicht zuletzt weil die Regierung Lulas aus widersprüchlichen Interessensgruppen zusammengesetzt ist
-eine Koalition zwischen Arbeit und Kapital-
wo Reformen zu Ungunsten der "Upperclass" nur schleppend durchgesetzt werden können.
Trotz der breiten Kritik an Lula- selbst innerhalb seiner Partei- geniesst er noch grosse Befürwortung innerhalb der Bevölkerung. Er hat Mindestlöhne erhöht, Familienbeihilfen (bolsa familia) eingefüht und Universitäten gebaut. Fraglich ist nur, was nach ihm passieren wird, weil die gesetzlichen Grundlagen für Reformen völlig fehlen.
DER NACHMITTAG
...beginnt mit der Laurentia (liebe Laurentia mein...)
und endet mit Verwirrung...
Dazwischen hat die mutige Magda versucht unserern brasilanischen Leidensgenossen die POLÍTICA AUSTRIACA näher zu bringen, die Anderen haben sie tatkräftig unterstützt und ich hab mich zeitweise gefragt wo unsere Übersetzerin heut wohl steckt...
Themen, wie Euro, Rassismus, Homosexualität uvm... werden angeregt diskutiert bis die Sonne untergeht.
Der letzte Programmpunkt von Heute: ORGANISATORISCHES
Nun steht fest:
Beto, Diego, Magda, Rita und Leni besuchen die REAL CONQUISTA
Astridschi, Babsi, Fabian, Tica, Johannes, Maria und Markus die MST
Was das alles genau ist werdet Ihr in bälde erfahren...
Sonntag, 10. August 2008
Vorstellungsrunde
Der Sonntag startete wieder mit Mistica in Form von singen und Gruppentanz, war ganz schoen, nur jeden Tag ziemlich frueh (von 7:30 - 8:30 Fruehstueck, dann gehts gleich imma los), aber eh gut so!
Also zu unseren Lerneinsatzteilnehmern:
Rita, unsere Lerneinsatzleiterin wohnt seit 6 Jahren in Wien und ist seit ihrer 16 monatigen Lateinamerikareise total verliebt in diesen Kontinent. Sie arbeitet nun mit der Katholischen Jungschar zusammen und leitet zum ersten Mal den Lerneinsatz.
Carlos Roberto, 27 Jahre, aus der Stadt Volta Redonda, Region Rio de Janeiro ist engagiert beim Pastoral de Juventude (aehnlich wie unsere KJ) und macht dort immer alle moeglichen Initiativen. Persoenlich ist eher eher ruhiger in der ganzen Runde extrovertierter Leute, aber ist sehr aktiv und fleissig.
Astrid ist unsere 27jaehrige, gebuertige Fuerstenfeldnerin, die sich als Soziologin in der ganzen Welt schon herumgetrieben hat um das Verhalten der Spezies Mensch zu studieren. Ausserdem taugt ihr das mit Solidarischen Oekonomie sehr.
Diego ist unser lieber, zutraulicher Brasilianer aus Santa Catarina, aus dem Sueden. Dort hats im Winter sogar unglaubliche -5 °C... Er kommt aus einem sehr armen Viertel und hatte eine komplizierte Kindheitsgeschichte, aber seit er mit 14 bei der KJ dabei ist, oeffnete er sich total und ist nun ein heiterer, warmer, angenehmer Genosse. Er ist vor allem in Feministenbewegungen, Schwulen- & Lesbenszenen und Programmen fuer Prostituierte aktiv.
Maria, die sympathische Religions- und Spanischlehrerin aus Graz war mit ihren 29 Jahren schon viel unterwegs, unter anderem Madrid, Salamanca, Peru, Ecuador und ein Jahr in Mexico als Deutschlehrerin. Ausserdem engagiert in Oesterreich bei der Aktion Familienfasttag.
Madeleine aus dem schoenen Kitzbuehel ist zur Zeit an der FH fuer Management von non-profit Organisationen und hat schon zuvor das Studium der Internationalen Entwicklung nicht als ihren Ausbildungsweg erkannt.
Babsi ist usere engagierte, katholische, juengste Teilnehmerin mit 20 Jahren Lebenserfahrung aus Zettling. Sie hat schon viele diverse Aktivitaeten wie Musicals und Jungscharlager geleitet und hat in Guatemala ein Jahr als Erzieherin und Englischlehrerin gearbeitet. Sie studiert zur Zeit Internationale Entwicklung und Spanisch in Wien.
Fabian (ich) jongliert gern und ihm gefaellt der Lerneinsatz ganz toll. Auslandserfahrung hat er in Guatemala bei seinem einjaehrigen Auslandsdienst sammeln koennen. Nun studiert er in Leoben Industrieller Umweltschutz.
Hildete aus Bahia aus der Stadt Salvador hat sehr ruehrend ihr Leben praesentiert. Auch sie hatte keine einfache Kindheit, weil ihr Vater frueh gestorben ist und sie 2 aeltere Brueder hat. Sie hat schon viel Erfahrung mit sehr grausamen Rassismus in Brasilien gemacht, aber ist trotzdem eine lebensfrohe, offene Person. Auch sie ist stark in der PJ aktiv und sie praesentierte sie nicht ohne stolz ihre Liste der Ex-Freunde, ist aber zur Zeit zu haben.
Kelly, unsere 32 jaehrige Gruppenleiterin ist seit 3 Jahren Mama und studierte Geschichte. Mit 16 kam sie zur PJ und ist nun seit 14 Jahren in der CAJU taetig, zur Zeit als Koordinatorin der verschiedenen Projekte.
Markus aus Linz kommt aus einer kleinen Familie mit einer Schwester und 2 Halbgeschwistern. Er versuchte sich als technischer Chemiker, doch merkte nach Lateinamerikareisen, dass er sich mehr fuer internationale Beziehungen interessierte und wechselte so zu IBWL. Auch er hat nach 29 Jahren Lebenserfahrung viele interessante Reisen aufzuweisen und engagiert sich besonders fuer Solidarische Oekonomie.
Magda aus Sarleinsbach in OOE ist zur Zeit fleissige Studentin der Internationalen Entwicklung und Politikwissenschaften in Wien. Das eine Jahr in Mexico nach der Schule in einem Jugendzentrum war fuer sie sehr praegend, in Bezug auf ihr Leben, Familie und Kirche. Sie ist auch taetig bei Jungschar und Don Bosco.
Johannes ist 1984 geboren und lebt mit seiner Familie in Wien. Er studiert Kunstgeschichte und ist besonders bei der Katholischen Jungschar und im Chor engagiert.

Ja, das waren so grob die Teilnehmer, es fehlt nur noch Lourdival unser zweiter Leiter, der sich noch nicht vorgestellt hat. Den Sonntag liessen wir noch mit einem Besuch bei der nahegelegenen Feira ausklingen, wo wir uns alle noch anstaendig die Baeuche vollgeschlagen haben - vor allem mit Tapioca!!!
Also zu unseren Lerneinsatzteilnehmern:
Rita, unsere Lerneinsatzleiterin wohnt seit 6 Jahren in Wien und ist seit ihrer 16 monatigen Lateinamerikareise total verliebt in diesen Kontinent. Sie arbeitet nun mit der Katholischen Jungschar zusammen und leitet zum ersten Mal den Lerneinsatz.
Carlos Roberto, 27 Jahre, aus der Stadt Volta Redonda, Region Rio de Janeiro ist engagiert beim Pastoral de Juventude (aehnlich wie unsere KJ) und macht dort immer alle moeglichen Initiativen. Persoenlich ist eher eher ruhiger in der ganzen Runde extrovertierter Leute, aber ist sehr aktiv und fleissig.
Astrid ist unsere 27jaehrige, gebuertige Fuerstenfeldnerin, die sich als Soziologin in der ganzen Welt schon herumgetrieben hat um das Verhalten der Spezies Mensch zu studieren. Ausserdem taugt ihr das mit Solidarischen Oekonomie sehr.
Diego ist unser lieber, zutraulicher Brasilianer aus Santa Catarina, aus dem Sueden. Dort hats im Winter sogar unglaubliche -5 °C... Er kommt aus einem sehr armen Viertel und hatte eine komplizierte Kindheitsgeschichte, aber seit er mit 14 bei der KJ dabei ist, oeffnete er sich total und ist nun ein heiterer, warmer, angenehmer Genosse. Er ist vor allem in Feministenbewegungen, Schwulen- & Lesbenszenen und Programmen fuer Prostituierte aktiv.
Maria, die sympathische Religions- und Spanischlehrerin aus Graz war mit ihren 29 Jahren schon viel unterwegs, unter anderem Madrid, Salamanca, Peru, Ecuador und ein Jahr in Mexico als Deutschlehrerin. Ausserdem engagiert in Oesterreich bei der Aktion Familienfasttag.
Madeleine aus dem schoenen Kitzbuehel ist zur Zeit an der FH fuer Management von non-profit Organisationen und hat schon zuvor das Studium der Internationalen Entwicklung nicht als ihren Ausbildungsweg erkannt.
Babsi ist usere engagierte, katholische, juengste Teilnehmerin mit 20 Jahren Lebenserfahrung aus Zettling. Sie hat schon viele diverse Aktivitaeten wie Musicals und Jungscharlager geleitet und hat in Guatemala ein Jahr als Erzieherin und Englischlehrerin gearbeitet. Sie studiert zur Zeit Internationale Entwicklung und Spanisch in Wien.
Fabian (ich) jongliert gern und ihm gefaellt der Lerneinsatz ganz toll. Auslandserfahrung hat er in Guatemala bei seinem einjaehrigen Auslandsdienst sammeln koennen. Nun studiert er in Leoben Industrieller Umweltschutz.
Hildete aus Bahia aus der Stadt Salvador hat sehr ruehrend ihr Leben praesentiert. Auch sie hatte keine einfache Kindheit, weil ihr Vater frueh gestorben ist und sie 2 aeltere Brueder hat. Sie hat schon viel Erfahrung mit sehr grausamen Rassismus in Brasilien gemacht, aber ist trotzdem eine lebensfrohe, offene Person. Auch sie ist stark in der PJ aktiv und sie praesentierte sie nicht ohne stolz ihre Liste der Ex-Freunde, ist aber zur Zeit zu haben.
Kelly, unsere 32 jaehrige Gruppenleiterin ist seit 3 Jahren Mama und studierte Geschichte. Mit 16 kam sie zur PJ und ist nun seit 14 Jahren in der CAJU taetig, zur Zeit als Koordinatorin der verschiedenen Projekte.
Markus aus Linz kommt aus einer kleinen Familie mit einer Schwester und 2 Halbgeschwistern. Er versuchte sich als technischer Chemiker, doch merkte nach Lateinamerikareisen, dass er sich mehr fuer internationale Beziehungen interessierte und wechselte so zu IBWL. Auch er hat nach 29 Jahren Lebenserfahrung viele interessante Reisen aufzuweisen und engagiert sich besonders fuer Solidarische Oekonomie.
Magda aus Sarleinsbach in OOE ist zur Zeit fleissige Studentin der Internationalen Entwicklung und Politikwissenschaften in Wien. Das eine Jahr in Mexico nach der Schule in einem Jugendzentrum war fuer sie sehr praegend, in Bezug auf ihr Leben, Familie und Kirche. Sie ist auch taetig bei Jungschar und Don Bosco.
Johannes ist 1984 geboren und lebt mit seiner Familie in Wien. Er studiert Kunstgeschichte und ist besonders bei der Katholischen Jungschar und im Chor engagiert.
Ja, das waren so grob die Teilnehmer, es fehlt nur noch Lourdival unser zweiter Leiter, der sich noch nicht vorgestellt hat. Den Sonntag liessen wir noch mit einem Besuch bei der nahegelegenen Feira ausklingen, wo wir uns alle noch anstaendig die Baeuche vollgeschlagen haben - vor allem mit Tapioca!!!
Samstag, 9. August 2008
Stadtfuehrung in Goiânia
Am ergreifendsten war fuer einige von uns die "Teufelsaustreibung", der wir am Vormittag in einer Pfingstgemeinde beiwohnten. Etwas derartiges hatetn wir noch nicht gesehen.
Am Nachmittag war wohl das Tanzen auf einem Platz in Campesinas das Highlight. Campesinas ist aelter als Goiânia und wurde von der Vorstadt zu einem entzueckenden Stadtteil, der sich durch niedrige, bunte Haeuser, kleine Geschaefte und suesse Plaetze auszeichnet. Wir liebten die Band, die dort spielte - sie liebte unseren Applaus, der hier in Brasilien anscheinend nicht so ueblich ist, wie bei uns zu Hause.
Freitag, 8. August 2008
Das erste Beschnuppern...
Der FREITAG (auf portugiesisch: a sexta feira = der 6. Tag) begann gleich einmal "mystisch": wir trafen uns um 8:30 (Frühstück ist immer zwischen 7:30 und 8:30) zur Morgenmeditation (= "mística"), wo wir uns unter anderem mit der Frage beschäftigten, was uns hier nach Brasilien geführt hat.
Anschließend wurde das Programm, welches uns in diesem Monat erwartet, gemeinsam durchgegangen. Und ich muss sagen, wir waren alle schwer beeindruckt. Die Leute von der CAJU (übrigens, so heißt das Jugendzentrum, in dem wir in diesem Monat hauptsächlich untergebracht sind: CASA DA JUVENTUDE, kurz "KASCHU" in wunderschönem Hochdeutsch) haben sich echt gehörig ins Zeug gelegt: Besuch einer Mülltrennungs-Kooperative, die nach Prinzipien der Solidarökonomie aufgebaut ist, Tanzworkshop, Besuch und Übernachtung bei einer Landbesetzung, Ausflug inkl. Besuch bei versch. NGOs in Sao Paulo, wenns hoch herkommt, treffen wir sogar den Presidente himself Lula, weiters Gespräche mit Politikern, Diskussion über Jugendpolitik in Österreich und Brasilien, Strandausflug, Fahrt in die Hauptstadt Brasilia, wieder Besuch von NGOs, Workshop "Theater der Unterdrückten",... usw. usw. - und es wurde sogar noch auf unsere Wünsche und Prioritäten eingegangen, also wirklich optimo!!
Am Nachmittag gabs ein Zamsitzen in relativ großer Runde: wir intercambio-Leute (= 9 ÖsterreicherInnen plus 3 BrasilianerInnen) plus einige Haupt- und Ehrenamtliche der CAJU plus administrative plus geistliche Leitung des Hauses (übrigens, wer sich interessiert bzw. Portugiesisch-Kenntnisse auffrischen/erwerben will - die HP der CAJU: http://www.casadajuventude.org.br/) - und es wurde einmal vorgestellt: was ist die DKA? Was ist Sternsingen/Jungschar? Ebenso für die CAJU. Interessant war, zu merken, dass gewisse "kirchliche Differenzen" wie "liberale Laien contra konservative Bischöfe" anscheinend international sind...
(Magda)
Anschließend wurde das Programm, welches uns in diesem Monat erwartet, gemeinsam durchgegangen. Und ich muss sagen, wir waren alle schwer beeindruckt. Die Leute von der CAJU (übrigens, so heißt das Jugendzentrum, in dem wir in diesem Monat hauptsächlich untergebracht sind: CASA DA JUVENTUDE, kurz "KASCHU" in wunderschönem Hochdeutsch) haben sich echt gehörig ins Zeug gelegt: Besuch einer Mülltrennungs-Kooperative, die nach Prinzipien der Solidarökonomie aufgebaut ist, Tanzworkshop, Besuch und Übernachtung bei einer Landbesetzung, Ausflug inkl. Besuch bei versch. NGOs in Sao Paulo, wenns hoch herkommt, treffen wir sogar den Presidente himself Lula, weiters Gespräche mit Politikern, Diskussion über Jugendpolitik in Österreich und Brasilien, Strandausflug, Fahrt in die Hauptstadt Brasilia, wieder Besuch von NGOs, Workshop "Theater der Unterdrückten",... usw. usw. - und es wurde sogar noch auf unsere Wünsche und Prioritäten eingegangen, also wirklich optimo!!
Am Nachmittag gabs ein Zamsitzen in relativ großer Runde: wir intercambio-Leute (= 9 ÖsterreicherInnen plus 3 BrasilianerInnen) plus einige Haupt- und Ehrenamtliche der CAJU plus administrative plus geistliche Leitung des Hauses (übrigens, wer sich interessiert bzw. Portugiesisch-Kenntnisse auffrischen/erwerben will - die HP der CAJU: http://www.casadajuventude.org.br/) - und es wurde einmal vorgestellt: was ist die DKA? Was ist Sternsingen/Jungschar? Ebenso für die CAJU. Interessant war, zu merken, dass gewisse "kirchliche Differenzen" wie "liberale Laien contra konservative Bischöfe" anscheinend international sind...
(Magda)
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